Interview


"mehr erleben" der Finanzgruppe Sparkassen






Da röhrt der Hirsch


Die Münchner Künstlerin


Jutta Franklin nimmt mit Witz


und Ironie urbayerische Ikonen,


die Münchener Schickeria und


unseren Markenkult ins Visier.


Frau Franklin, Sie nennen Ihren Stil neobayerische


PopArt – was heißt das?


Neobayerische PopArt ist neu interpretierte Folklore und


Tradition. In der Musik pflegt Andreas Gabalier diesen Stil, in


der bildenden Kunst ist es die Reaktion


auf die intellektuelle


Kunstform. PopArt wendet sich dem Trivialen zu, in einer


Verknüpfung von Realität und Kunst.


Wie sind Sie zu dieser Art von Kunst gekommen?


Sie ist Teil meiner Biografie. Zu Zeiten der Neuen Deutschen


Welle liefen Songs wie „Skandal im Sperrbezirk“ und „Die


Sennerin vom Königssee“ im Radio – und ich schnitt den


Saum meiner Dirndl ab, nähte mir einen kurzen Petticoat


und ersetzte das biedere Seidentuch durch ein Arafat-Tuch.


1988 habe ich dann bei einem großen Münchner Partyservice


gearbeitet, und da hieß es: „Bayerisch muss es sein, aber


mach es neu, witzig, verrückt.“ Ein Jahr später malte ich meinen


ersten blauen Hirsch.


Was ist Ihre Handschrift?


Meine Erkennungszeichen sind – in dieser Kombination –


Hirsch, Typografie, Collage und Malerei.


Und mit welchen Materialien arbeiten Sie am liebsten?


Ich male die meisten Motive auf Leinwand. Darauf arbeite


ich in Mischtechnik, weil ich so mit fetten und wässrigen


Farben, Collage-Elementen, Tusche, Stiften, selbst geschossenen


Fotos und textilen Elementen ein ganz persönliches


Unikat mit hoher Tiefenwirkung und interessanten Effekten


schaffen kann.


In Ihren Bildern nehmen Sie auch die Schickeria und den


Markenkult auf die Schippe. Warum?


Vor meinem Kunststudium habe ich in der Spitzengastronomie


gearbeitet, und da ist die Schickeria keine Unbekannte.


In München ist vieles schön, und es herrscht ein großer


Wohlstand. Ich sehe das auch an meinen vier Kindern, die


im Münchner Süden in die Schule gehen. Der Markenkult ist


bei den Kids und nicht minder bei deren Eltern sehr ausgeprägt.


Ich bringe da gern etwas Unordnung hinein und rege


mit einem Augenzwinkern zum Nachdenken an.


Dennoch stellen Sie Ihre Arbeiten in hippen Münchner


Restaurants aus. Wie passt das zusammen?


Gerade deswegen stelle ich dort aus. Meine Bilder gehören


zum Menschen. Ich mag es, wenn der Betrachter immer wieder


ein neues Detail entdeckt und schmunzelt. Ich verurteile


niemanden, auch nicht die Schickeria – ich porträtiere sie


nur hin und wieder mit dem nötigen Humor.


Fotos: Ansgar Pudenz, Hamburg


POPART FÜR DAHOAM


Röhrende Hirsche, süße Herzerl, Kult


und Kitsch: Jutta Franklin skizziert bayerisches


Lebensgefühl mit viel Augenzwinkern.


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